Wallenfels´sches Haus

Die Abteilung für Vor- und Frühgeschichte, Achäologie und Völkerkunde

Im Erdgeschoss sind Funde mittelsteinzeitlicher und jungsteinzeitlicher Kulturen zu sehen, u. a. auch Steinwerkzeuge und Gefäße. Weitere Funde dokumentieren die Zeit und Kultur der Kelten, die z. T. mit dem nahe gelegenen Dünsberg in Verbindung stehen, der von Kelten besiedelt wurde. Die Ausstellung zeigt außerdem mittelalterliche Gefäße, Münzen und Waffen aus dem 13. Jahrhundert bis ins 16. Jahrhundert. Aus dieser zeit häufen sch sich Entdeckungen von archäologichem Gut im Gebiet der Stadt Gießen. 
Das zweite Stockwerk zeigt die bedeutende Sammlung des Archäologischen Instituts der Justus-Liebig-Universität. Die großen Kulturen des Mittelmeerraumes werden durch Fundstücke aus Ägypten, Kleinansien, Griechenland und Rom präsentiert. Die Sammlung bietet auch für Laien anregende und spannende Eindrücke und Vergleichsmöglichkeiten. 
Eine europaweit außergewöhnliche Sammlung ist schließlich der Kunst und dem Kunsthandwerk Tibets gewidmet. Sie wurde vom Gießener Bürger Heinrich Beer zusammengestellt, der sie dem Museum überließ, um sie der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Kern der Sammlung sind Buddha-Statuen sowie Amulette, Hirtenmesser, Kopfschmuck, Kannen für Buttertee u. v. m. 
Neu dazu erschienen ist ein reich bebilderter Katalog, der zum Preis von 5 € an der Pforte erhältlich ist.

Geschichte des Wallenfels´schen Hauses
Das Wallenfelssche Haus wurde im 18. Jahrhundert über zwei Kellergewölben von Vorgängerbauten errichtet, ursprünglich Burgmannenhäuser der Herren von Schwalbach. Die Stadt Gießen erwarb das Gebäude 1979. Es wurde durch einen kompletten Neubau ersetzt, die Fassade eines Bürgerhauses aus dem 18. Jahrhundert rekonstruiert. Seit 1987 dient das Wallenfels´sche Haus dem Oberhessischen Museum als eines von drei Museumsbauten.

Die am Kirchenplatz unmittelbar nebeneinander gelegenen Häuser Leib´sches und Wallenfels´sches Haus werden auch als Burgmannenhäuser bezeichnet, weil sie für sog. Burgmannen errichtet wurden. Als Burgmann (auch Dienstmann) wurden im Mittelalter Mitglieder des niederen Adels bezeichnet, die eine Burg bewachten und verteidigten.