Marktplatz

MarktplatzNun ja - der Marktplatz...

...nicht alles in Gießen ist gut gelungen, und der Marktplatz zeigt das deutlich. Insofern ist der Marktplatz eine Sehenswürdigkeit der ganz besonderen Art, passend zum „Elefanten-Klo” am anderen Ende der Fußgängerzone.

Die Planungen für den neuen Platz sahen aus der Vogelperspektive recht schön aus. Als der Platz dann 2005 umgebaut wurde zeigte sich sehr schnell, dass man besser aus der Nutzerperspektive geplant hätte! Denn von oben sieht der Marktplatz heute wirklich hübsch aus. Schade nur, dass die Nutzer des Platzes nicht in 50 Metern Höhe über ihn hinwegsegeln, sondern aus etwa ein bis zwei Metern auf ihn blicken müssen!

Die Wartehäuschen waren sündhaft teure Einzelanfertigungen. Dahinter stand die gut gemeinte Idee, die Einzelteile der Platzmöblierung (Telefone, WC, Schaltkästen, Infotafeln, ...) zu vereinen, um den Platz selbst frei zu halten. Schliesslich muss der Marktplatz vielen verschiedenen Nutzungen dienen.

Nun aber sind alle Sichtachsen über den Marktplatz zugestellt und die Wartehäuschen nehmen dem Marktplatz durch ihre optische Dominanz  jeglichen Platzcharakter. Und durch die Finanzierung mit EU-Zuschüssen meint man nun, die Wartehäuschen noch bis 2030 dort ertragen zu müssen, denn sonst sind die Zuschüsse zurück zu zahlen.

Am Marktplatz ist also gut zu sehen, was man in der Stadtplanung nicht tun sollte:

Doch nicht alles am Marktplatz ist misslungen. Er ist nicht nur DER zentrale Knotenpunkt der Gießener Stadtbuslinien, sondern auch die für Radler und Fußgänger wichtigste Nord-Süd und Ost-West-Verbindung durch die Innenstadt. Beides führt dazu, dass Gießen hier am ehesten so etwas wie  „Großstadt-Flair” zeigt: Hier „steppt der Bär”, und das hat ja auch etwas!